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joanna
ich hab noch nie einen jungen geküsst.
jim
ich auch nicht.
3.4.06 00:23


04 - kirchplatz

Türen auf.
Die beiden Frauen vom Vierer vorne links steigen aus, sie arbeiten in dieser Gemeinde.
Neben der alten romantischen Dorfkirche Sankt Benedikt, die dem Platz seinen Namen gab, liegt ein ebenso alter kleiner Bau, der früher ein teil eines Benediktinerklosters war. Doch Mönche gab es hier schon seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr, heute war dieser Bau ein Kindergarten, der aus dem alten, längst verwuchert gewesenen Klostergarten einen Nutz- und Lerngarten gemacht hatte, aus dem es genug Obst und Gemüse zu ernten gab, dass der Kindergarten weitestgehend nur Getränke zu den täglichen Mahlzeiten kaufen musste. Denn so sauber war das Brunnenwasser längst noch nicht, als dass man davon hätte trinken können.
Hier stieg niemand ein, nicht um diese Uhrzeit. Die Gemeinde bestand nur aus jungen Familien und wenigen Alten. Während die Kinder schon im Kindergarten waren, waren ihre Eltern mit den Fahrrädern oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit gefahren und die Alten trafen sich zum gemeinsamen Frühstück. Hier kannte wirklich jeder noch jeden, das ganze Dorf war eine einzige große Gemeinschaft.
Türen zu.
Die wenigen Schüler, die jetzt noch im Bus stehen, werden zu spät im Unterricht erscheinen, aber wer fährt schon gerne eine Stunde eher mit dem Bus, nur um nicht zwei Minuten zu spät zu sein?
Und,, fragt der Kleinste der drei, freust du dich schon auf England, Mike?
Mike nickt und seine Mundwinkel bewegen sich nach oben. Er streicht sich eine blondierte Strähne aus dem Gesicht. Klar freue ich mich! Du glaubst gar nicht, wie schön -
Doch, glaube ich, ich war doch dabei!, unterbricht ihn der Kleine mit den kurzen, gegelten Haaren. meinst du, die Müller wird heute nochmal darüber sprechen?
Ach, Nicki., seufzt Mike nur und legt ihm seinen linken Arm auf die Schulter, Es kann nicht immer Unterricht ausfallen.
Seid ihr gezz doch zusammen?, kommt es von dem Dritten der Runde, und die anderen beiden, die ihn grinsend anblicken, entgegnen wie aus einem Munde Nein, Dario! Schade., entfährt es Dario, Ihr passtet gut zusammen.
Mike hebt anerkennend die rechte Augenbraue. Es lebe der Konjunktiv!, proklamiert er und wendet sich dann wieder seinen Freunden zu. Er will gerade ansetzen, als Nicki, dem seine Eltern den Namen Nikolaus-Alexander gegeben hatten, ihm die Worte aus dem Mund nimmt.
Auch nicht-schwule Männer dürfen sich umarmen - und mit dir liegen wir drei eh schon über der Quote.
Trotzdem schade., meint Dario, Aber vielleicht in England ... Er schiebt das rechte Bein als Stütze beim Bremsen voraus, hält sich an einer Haltestange fest.
Der Bus hält wieder an.
Nächster Halt: Altes Aquädukt.
9.4.06 22:25


thraene

voll abgrundtiefen hasses auf etwas dessentwegen ich noch lebe
sitze ich hier und lasse den film rückwärts laufen.
wie ich fliehe und ein schritt vor dem andern flüchtet,
bloß weg vom brodelnden schlund der gegenwart, wo die erinnerung auf mich wartet,
die erinnerung an den tag, da ich mein lächeln aufgab, um bei dem zu sein, dessentwegen ich mein leben verfluche.
dieses eine bild hat sich in meine netzhaut eingebrannt, mein abschied für immer, von der welt, aus dem nur er mich hätte holen können.
doch ... sie war stärker, sie, die ... die ... die, die uns beide vernichtet hätte.
und kann ich auch nicht lächeln, über das, was jeder andre töricht nännte,
so fließen doch all mein hass und meine wut, mein großer fluch und auch der zorn hinfort,
streichen alle falten des alters und der trauer glatt und im strom
verliert sich der kummer aus vielen jahren der ...
die ich seit diesem fernen tag verlebte.
denn erst jetzt wird alles wieder so jung und ursprünglich, es glättet sich und die hindernisse schwinden, jetzt
da wir uns wiedersehen
und die andern vergehn.
16.4.06 18:44





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