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06 - am bahnübergang

Türen auf.
Am Bahnübergang steigt nur ein einziger Mann zu. Sein Trenchcoat ist grau, seine Schuhe sind grau, sein tief ins runzlige, wie versteinert wirkende Gesicht, gezogener Hut ist grau und auch die wenigen unter der Hutkrempe hervorlugenden dünnen, fahlen Haare sind grau.
Er zeigt mit seiner grauen Hand die Monatskarte und seine Augen stechen auch aus dem dunklen Schlagschatten, den seine Hutkrempe wirft, hervor. Gerade noch war er dem Zug entstiegen, für ihn war die kleine Station am Bahnübergang der ideale Umstieg, besser als bis zum örtlichen Bahnhof zu fahren und von dort den ganzen Weg mangels einer passenden Busverbindung zurück zu laufen.
Türen zu.
Der Bus fährt an, der Mann, im Begriff, sich hinzusetzen, fällt in den Sitz vor der hinteren Türen und gibt ein dumpfes Stöhnen von sich, als ihm seine Bandscheibe auf schmerzhafte Weise deutlich macht, dass sie nicht am rechten Fleck ist.
Wenn das seine Frau wüsste; wenn sie wüsste, dass er nun seine Geliebte besucht, wenn sie nur wüsste, dass er seiner Geliebten einen Ring mitbringt, wenn seine Frau nur wüsste, dass er bei seiner Geliebten die Farbe Grau nicht trägt.
Wenn seine Frau es wüsste, sie wünschte, sie wäre seine Geliebte – nur damit endlich die Schläge aufhörten.
Nächster Halt: Schiller-Gymnasium.
13.6.06 09:42





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