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07 - schiller-gymnasium

Türen auf.
Die drei Schüler steigen aus, fröhlich scherzend gehen sie auf den alten Backsteinbau aus dem neunzehnten Jahrhundert zu, um dort gelehrt zu werden die Wunder der Welt und die bisweilen mühsamen Praktiken der Mathematik, die aber für manchen auch wie ein Wunder erscheinen, wenn am Ende doch das richtige Ergebnis dabei herauskommt.
Türen zu.
Ein leises Zischen ertönt, als Jean die Handbremse löst, dann wummert der Motor und man hört leise die Rotoren des Turboladers pfeifen, mit jedem Gasschub zwit-schert sich die Turbine in neue, höhere Frequenzbereiche. Man könnte meinen, man hätte Tinnitus, wüsste man nicht von diesen lästigen Fahrgeräuschen.
Dagegen mutet das Rasseln der Steuerkette richtig dezent an und das satte Wum-mern, das im Businnern ankommt, klingt fast schon wie ein alter Achtzylinder-Benziner, wäre da nicht ständig das vom hohen Einspritzdruck und der harten, explosiven Verbrennung des Diesels her rührende Nageln, das den Außenstehenden, aber auch den Fahrgästen den Motor unmissverständlich als Dieselmotor präsentiert.
Der Fahrkartenentwerter rasselt und klickert kurz; wenige, sich wiederholende trocken schmatzende Laute gibt er von sich, während er seinen Stempel erneut mit frischer Farbe bestreicht. Ein überaus leises Klack und die neue Uhrzeit ist eingestellt, wieder eine Minute ist verstrichen.
Der Bus fährt über eine Bodenwelle, er ächzt mit allem, was er hat, man hört, wie alle Teile versuchen, sich zu bewegen und doch bleibt alles am Fleck und knackt und knistert vor sich hin.
Es scheppert im Bus, die Wechselgeldkasse des Fahrers klimpert und tönt blechern, als sie sich in ihrer Fassung schüttelt, weil der Bus von einem Schlagloch ins nächste hüpft, von überall ertönt ein Klappern und Klackern, alles bockt und will verharren und wird doch von Trägheit und Aufbau geräuschvoll gehindert.
Der Bus schaukelt sich auf und geht tief in die Federn, er schwankt von vorne nach hinten, doch jeder Stoß, jedes Loch im Boden schlägt bis in die Sitze durch, denn das Sitzpolster wirkt nur mehr wie ein nicht besonders schöner, nicht besonders flauschiger Belag der harten Sitzschalen aus grauem Kunststoff, als säße man direkt auf der Straße.
Nur Jean sitzt weich gebettet in seinem großen, gut gepolsterten Sessel, hüpft in großen Schwüngen auf und ab und denkt sich nur Was bin ich froh, dass der Sitz keinen Slalom fahren muss – er würde wohl kippen.
Nächster Halt: Rathausstraße.
22.9.06 08:58


08 - rathausstraße

Türen auf.
Das Vorrecht vorne auszusteigen, genießen nur wenige, wenn der Bus nicht überfüllt ist. Es sind die, denen Jean Respekt zollt – und das sind alle, die älter sind als er selbst.
Es ist schon eine Leistung, so alt zu werden., denkt sich Jean dann immer, Das Alter muss man erst einmal erreicht haben.
Die Signora steigt aus, obwohl sie bis zum Markt noch eine Station weiterfahren könnte.
Lass nur, Jean., sagt sie, wie jedes Mal, Solange ich kann, will ich diese Strecke noch laufen. Dann zwinkert sie ihm zu. Das tut gut – und hält jung!
Drei weitere Fahrgäste steigen ein. Auch wenn sie schweigen, ist ihnen doch ihre Freude, ihr Amüsement anzusehen. Die beiden Frauen setzen sich gegenüber in die Vierersitze vorne rechts, der Mann, der ihnen folgt, setzt sich neben die eine in Fahrtrichtung Sitzende an den Gang.
Türen zu.
Der Bus fährt an, er nimmt rasch Geschwindigkeit auf.
Ja, so alt muss man erst mal werden., denkt Jean und seufzt leise, auch weil gerade die Ampel rot wird und der Bus wieder anhalten muss. Das ist wahrlich eine Leistung., grinst er, als er daran denkt, dass er auch Enrico vorne hat aussteigen lassen – aber Enrico ist ja auch fünf Minuten älter als er.
Damals, an seinem neunzehnten Geburtstag, vor fünf Jahren, hatte Kati, seine beste Freundin, ihn angerufen, zwei Stunden bevor die Party beginnen sollte. Sie meinte, er hätte doch gesagt, man dürfe Anhang mitbringen, sie hätte da jemanden. Jean hatte Kati, die ja eigentlich Agnes-Katharina heißt, noch nie so geheimnisvoll reden gehört, als meinte er, sie solle die Person doch mitbringen.
Die Person war ein verschüchtertes, irgendwie betrübt wirkendes etwas von junger Mann. Jean spürte dieses Sich fehl am Platze Fühlen und kam schnell mit ihm ins Gespräch.
Er hieß Enrico und war im Heim aufgewachsen. Wie der Zufall es so wollte, feierte auch an diesem Tag seinen neunzehnten Geburtstag, aber eigentlich hätte er ihn allein mit einer Flasche Sekt unter der kleinen Brücke am Bach gefeiert, wenn Kati ihn nicht im Supermarkt angerempelt hätte, worauf die Sektflasche zu Bruch gegangen war.
Die Ampel ist grün, der Bus beschleunigt und rumpelt über das Kopfsteinpflaster.
Die Straße macht einen leichten Linksknick und der Bus hält gegenüber der Einkaufsgalerie an.
Dass sich Enrico später als Jeans zweieiiger Zwillingsbruder herausstellte, tat ihrer Liebe auf den ersten Blick keinen Abbruch.
Nächster Halt: Altermarkt
22.9.06 09:01


09 - altermarkt

Türen auf.
Ein alter Mann mit Hund steigt ein, links den Hund, rechts einen Strauß Plastiktüten.
Guten Morgen, Jean., grüßt der Mann und sein Hund bellt einmal zustimmend. Er nimmt den Platz mit Aussicht, vorne rechts, nimmt den kleinen Mischling auf den Schoß und stellt die Tüten auf den Boden vor seinen Füßen.
Guten Morgen, Monsieur Clairmont., entgegnet Jean freundlich und drückt den linken der beiden roten, runden Knöpfe zur Rechten des Lenkrads.
Türen zu.
Das rote Licht des Knopfes erlischt, die Türen sind geschlossen; die Handbremse ist gelöst.
Jean tritt das Gaspedal wieder, das Automatikgetriebe tut ruckend seinen Dienst.
Das sollte mal die Werkstatt überprüfen,, denkt sich Jean, als sein Kopf ob des harten Gangwechsels nach vorne ruckt, das kann nicht gesund sein.
Kaum jemand sitzt noch im Bus, nur Monsieur Clairmont, die drei Fahrgäste im Vierer – aber das ganze Heck ist voll.
Die ganzen Geschäftsleute, die zur Großstadt wollen, sitzen dort in ihren teuren Anzügen, reden nur über Wirtschaft und Politik und hoffen, dass der Bus pünktlich ist, weil sie sonst ihren Anschlusszug verpassten. Doch eigentlich wollen sie lieber ihren firmeneigenen Shuttle-Service zurück haben, den die Firma aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen hatte einsparen müssen.
Nächster Halt: Bahnhof.
22.9.06 09:02


10 - bahnhof

Türen auf.
Die schwarzweiß gekleidete Anonymität schiebt sich hinten aus dem Bus, während vorne eine Traube von Menschen sich vor den Türen quetscht. Nur langsam wird die Haltestelle leerer und der Bus füllt sich mit Leben; Leben, wie es auch draußen auf den Bus- und Bahnsteigen tobt.
Man kann es kaum glauben, dass hier so viel los ist, aber die Menschen kommen und gehen, rauschen aneinander vorbei, die eine hat eine Aktentasche, der andere einen Jutebeutel, hier springt einer durch die Menge, weil er seinen Zug noch erwischen will, bevor er ohne ihn abfährt, dort schlurft eine andere auf ihren Stock gestützt langsam zum Bussteig, um sich dort auf der hölzernen Bank niederlassen zu können. Und irgendwo inmitten des Getümmels, das solche einer kleinen Stadt schön übermächtig groß erscheint, steht sie.
Dana. Dana Moreau. Sie steht einfach dort, als könnte sie nichts berühren. Und doch hält sie alles fest, was um ihren Standpunkt wirbelt und ihr den Horizont ständig in Bewegung erscheinen lässt.
Auf einem Blatt Papier.
Tür zu.
Jean muss schmunzeln. Erst neulich, er erinnert sich, stand Dana vorne bei ihm, dem Fahrer, in der Tür, der Bus fuhr ab und egal, was auch passierte, welches Schlagloch die Passagiere erzittern ließ, sie bewegte sich keinen Millimeter und malte, was sie nur zu malen gedachte.
Das Bild,, denkt Jean bei sich, das Bild habe ich nie gesehen. Aber es muss bestimmt schön sein.
Er drückt ein paar Knöpfe, dreht an ein paar Reglern und ein elektrisches Sirren und Summen wird lauter und mit einem leisen Zischen entweicht andächtig wohl temperierte Luft den mannigfaltig verteilten Düsen und hält die Temperatur der Luft im Bus konstant bei zwanzig Grad Celsius. Es wird heute schnell warm, und die Nacht war nicht kalt.
Ein kurzes Verschnaufen, Ruhe im Trubel.
Jean genießt den Augenblick und schaut verträumt in Danas Richtung, als ihm jemand ein Ticket ins Blickfeld hält.
Danke., sagt Jean und lächelt. Nicht aus Gewohnheit oder weil es sich so gehören sollte. Er lächelt, weil er sich freut, dem Mann etwas Gutes tun zu können, wenn er ihn zu seinem Ziel fährt – auch wenn es diesem vielleicht gar nicht so bewusst sein mag.
Türen zu.
Ach, ach., ächzt der Mann, nicht mehr der Jüngste. Er sieht aus wie längst pensioniert, aber arbeiten muss er noch und an jedem neuen Tag sieht er abgehetzter aus. Der Sitz knackt und zittert, als der Mann sich in ihn plumpsen lässt. Die Studentin neben ihm rückt ein wenig näher an das Fenster.
Ach, diese ganzen Föderalismus-Reformer, was das für ein Stress ist., keucht der Mann. Und das nur damit der Wähler zufrieden ist. Er schnaubt verächtlich. Wer wählt denn noch? Und dann diese ganzen Reförmchen … was wir brauchen, ist einer, der es anpackt und einfach mal aufräumt.
Bitte?, fragt die Studentin und blickt entsetzt. Sie rutscht weiter von dem Mann weg und wendet sich ihm zu.
Ja, ist doch wahr!, entfährt es dem künftigen Pensionär. Wir brauchen einen Macher, der den Weg bestimmt und dann wird’s so gemacht. Keine elenden Diskussionen mehr.
Das hatten wir schon, vor gut siebzig Jahren., entgegnet die Studentin. Am Schluss hatten wir in Deutschland vierzig Millionen Tote.
Also, das ist doch was ganz Anderes. Immerhin hat Adolf den Leuten Sicherheit gegeben – und die Autobahnen hat er auch gebaut!
So einen Blödsinn,, erwidert die Studentin betont sachlich, habe ich selten zuvor gehört. Da war man doch nur sicher, wenn man tat, was der Führer wollte – und sei es, dass man andere dem Tod auslieferte. Und Autobahnen?
Der Mann nickt zustimmend.
Schwachsinn., kommt es trocken von der jungen Frau. Die Autobahn war der AVUS – und der wurde 1929 gebaut, vor Hitler. Hitler ließ nur die A1 bauen – und die Arbeitslosen lieferten dem Krieg die Waffen.
Nächster Halt: Ostfriedhof.
22.9.06 09:04


hahAAhAAAhAAAA

joubidou ...

wat issat schön, nach nem halben jahr endlich wieder mit internet ... okay, es war teuer genug ... es bedurfte immerhin eines neuen laptops, um das vertrauen meines herrn vater zu gewinnen ... aba da meine gute alte möhre eh den geist aufgab, war die anschaffung einer neuen möhre unabdingbar.
und in zwei jahren (also wenn die garantie abgelaufen ist) wird die möhre dan auch lackiert ... ma kucken, wie :-P

well, dann geht's nachher auf nach wien ... aba vielleicht gibbet da ja auch zeit für einen hotspot ... ich freu mich aufs café central ... hach, wat issat schön ...

... auch wegen einer anderen sache. ich sag mal nicht viel ... nur ... ach, nein, gar nix ... :-) donnerstag is halt ein schöner tag :-P

meine grundstimmung is einfach überwiegend bis ausschließlich positiv.

ich wünsch euch was und gönn mir ersma deutsch-lk
dH
22.9.06 09:10





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