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endlich wieder pünktlich!

wohoo!
es ist offiziell. ich war heute bei der bezirksversammlung herne mitte, thema war unter anderem die überfüllung der busse morgens kurz vor acht.
laut zählungen der hcr waren die busse nicht überfüllt (bis auf einen morgen) und sie zählen schon eine geringere höchstgrenze als der tüv vorschreibt.
nun, nach einigen protesten und der unannehmlichkeit, in die bezirksversammlung geladen zu werden, hat man sich bequemt, aus nettigkeit und um eine leerfahrt zu vermeiden, einen einsatzwagen auf der 333 von der ilseder straße bis zum bahnhof einzusetzen, damit der dort als einsatzwagen der 362 zum efg fungieren kann.
doll.
das hatten wir bis ende letzten schuljahres auch noch so.
schön, dass es jetzt wieder so ist und die chancen steigen, regelmäßig pünktlich zur schule zu kommen, OHNE dass ich einen bus eher nehmen muss.
1.12.06 01:04


12 - kulturforum

Türen auf.
Wissen Sie was?, meint die Frau im Aufstehen begriffen, Ich lade Sie ein, Montag um 19.00 Uhr, ins Büro der Grünen. Schauen Sie einfach rein und informieren Sie sich. Seien Sie politisch!
Und damit drückt sie ihr eine Visitenkarte in die Hand und verlässt den Bus.
Auf Wiedersehen.
Türen zu.
Sieh an, sieh an., denkt sich Johanna, die Studentin der Volkswirtschaftslehre. Da suche ich jahrelang den Weg zu einer Partei – und jetzt kommt die Partei zu mir.
Dörte Becker,, schmunzelt Jean, Dörte Becker, immer fleißig im Einsatz für die Demokratie. Immer im Einsatz für die gute Sache.
Der gerade mit dem Geigenkoffer zugestiegene Mann setzt sich direkt hinter den Fahrer. Er stellt den Koffer auf der schmalen Kante zwischen die Beine, klemmt ihn mit den Knien fest und gähnt.
Gestern war die Konzertnacht, zwischen achtzehn Uhr und acht Uhr gab es kleine Konzerte an verschiedenen Orten der Stadt. Er selbst, der Geiger, spielte mit einigen Kollegen, die sowohl Streich- als auch Zupfinstrumente spielen, und zwei Sängern alte Lieder aus Renaissance und Barock.
Und so schön diese laue Sommernacht war – denn es war den Gästen frei, mitzumachen und manche sangen oder summten auch mit, während andere auf mitgebrachten Instrumenten dazu improvisierten und neue Klänge einfließen ließen – so anstrengend und Kräfte zehrend war sie auch.
Der Geiger denkt zurück, erinnert sich des Liebesliedes, gespielt von einem Streicherkonsort, mit warmem, sanftem, klagenden Timbre gesungen von einem Tenor, erinnert sich, wie mit jeder Strophe eine Person mehr aus dem Publikum mit in das süße Lamento einstieg, zunächst eine alte Gambe in aller Wärme, gefolgt von einer Barockflöte mit leichtem Schwung, dann Bongos und eine Laute, erinnert sich, wie nach und nach die Stimmen verklangen und nur mehr Laute, Gambe und Bongo über das Lied fantasierten und, obgleich sie durch den ganzen Saal verteilt, am Schluss gemeinsam verstummten.
Ja, welch Glück,, denkt er, dass ich dabei gewesen bin, welch Glück, diese schöne Erfahrung gemacht und eine Geschichte zu erzählen zu haben, in c-moll.
Nächster Halt: Am Hexenbrunnen.
24.12.06 03:27


13 - am hexenbrunnen

Türen auf.
Sie nennen sie Die Hexe. Aber wie eine von diesen bösen Hexen aus den Märchen sieht sie nicht aus. Kein Buckel, keine Warze, keine roten Augen. Nur struppiges, graubraunes Haar und golden funkelnde Augen, ein durchdringender Blick aus tiefen Höhlen – aber immer ein verschmitztes Schmunzeln auf den Lippen und um einen bissigen Kommentar nie verlegen.
Sie nennen sie Die Bücherhexe, denn sie ist Verlegerin und kann sich schon seit Jahren gegen die große Konkurrenz wehren mit ihrem Eine-Frau-Unternehmen. Sie ist Lektorin und Layouterin, ihre eigene Chefin. Welche Geschichten sie verlegt, bestimmt allein sie. Und damit hat sie Erfolg.
Guten Morgen, Jean., grüßt sie und geht, ihren Bastkorb vor sich her tragend, durch die Abtrennung des Fahrerraumes. Sie bleibt stehen und hält sich mit der Rechten an der vordersten Haltestange fest. Der Korb ist schwer von Büchern, natürlich nur aus dem eigenen Verlag. Sie soll in die Nachbarstadt, aus ihrem neuesten Buch lesen und dann diskutieren und signieren.
Türen zu.
Es ist ihr erstes selbst verfasstes Buch. Geschichten vom Hexenbrunnen, erschienen im Hexenbrunnen-Verlag. Viele kleine Geschichten, die sie über die Jahre in sich aufgesogen hat und die sie nun erzählen will.
Jean, ich habe es getan., sagt sie.
Was?
Ich habe eure Geschichte doch aufgenommen.
Wirklich? War sie doch nicht zu provokant?
Awo. Ich habe sie noch ein wenig nachgewürzt, eine Prise Humor, näher an die Wirklichkeit heran, die Geschichte, wie ich sie gesehen habe.
Ach, da bin ich aber gespannt. Und wenn sie mir nicht gefällt und ich vor Gericht ziehe?
Dann bin ich enttäuscht – und fahre einen Bus eher.
Jean lacht herzhaft. Dafür ist sie doch viel zu sehr Langschläferin.
Stimmt., murmelt sie ertappt.
Wie heißt sie denn?
Dorothea.
Doch nicht sie!, entgegnet Jean, der er den Namen der Bücherhexe schon kennt. Wie heißt sie, die Geschichte?
Ach, Jean, kaufen Sie doch ein Buch!, lockt die Verlegerin. Nur acht Euro.
Aber warum soll ich acht Euro investieren, wenn ich nicht einmal den Hauch einer Ahnung habe, den Hauch eines guten Argumentes für das Buch?
Also wirklich, mein lieber Jean, ist es nicht Grund genug, dass es sich um eine Geschichte aus den Augen einer Hexe handelt?
Doch, stimmt., erwidert Jean lachend. Lass uns das an der nächsten Haltestelle klären, ich bin ein paar Sekunden vor dem Fahrplan.
Die Bücherhexe lächelt milde. Du wirst es nicht bereuen – es sei denn, du liest es während der Fahrt!
Nächster Halt: Braunekuhl.
24.12.06 03:30


der herr köhler ...

man soll es nicht glauben: unser bundespräsident tritt mal in erscheinung. und das nicht durch ungelenke reden.
nein.
er schaut der bundesregierung sehr aufmerksam auf die finger und schimpft mit ihr, weil sie gesetze durchgehen lässt, denen das grundgesetz egal ist.
dafür bekommt der horst schimpfe.
SO hatten sich die granden der cdu und mittlerweile auch spd den netten, schüchternen, verbal eher zurückhaltenden herrn köhler nicht gewünscht. und manche sagen, er solle doch einfach auf das abnicken irgendwelcher gesetze beschränken.
tut er aber nicht; er nimmt seine aufgabe ernst.
ein denkendes staatsoberhaupt! DANKE. warum soll denn erst umständlich das bundesverfassungsgericht beauftragt werden und ein monatelanges, teures verfahren laufen lassen, wenn der bundeshorst mit seinen leuten schon vorher sagen kann "so nicht!" ... das spart geld und zeit - und außerdem zeigt es der regierung, dass sie sich mehr mühe geben sollte und mal gute gesetze machen sollte.
in diesem sinne: frohe weihnachten, herr köhler! sie machen ihre sache gut. bleiben sie stark!
24.12.06 03:37


fragment 3 - NACH 1, VOR 2

Genervt schlug Jonathan die Augen auf. Erneut hatte er eine Nacht ohne Schlaf verbracht. Nicht, dass er Alpträume gehabt hätte, nein, er hatte schlicht und ergreifend nicht einmal zur Ruhe kommen können - und selbst die Müdigkeit, die ihn seit Tagen begleitete, hatte die innere Unruhe und Rastlosigkeit nicht bezwingen können.
Um ihn herum war es Nacht. Das grün illuminierte Glasdach des Busbahnhofes, unter dem er auf einer Bank genächtigt hatte, hielt den Nieselregen auf dem Weg zum Erdboden auf, hatte Jonathan eine trockene Übernachtung im Großstadtdschungel gewährt.
Es war nicht kalt. Nicht kalt genug, um zu erfrieren. Aber kalt genug, dass Jonathan seinen Odem entweichen sehen konnte, kalt genug, dass er erbärmlich fror in seinem dünnen, grünen Baumwoll-T-Shirt.
Die Sonne war noch nicht aufgegangen, es musste wohl kurz nach vier Uhr am Morgen sein, denn als der Busfahrer den Motor gestartet hatte, hatte Jonathan die Augen geöffnet. Und nun rollte der Bus langsam laut schnaubend von der soeben auf Grün umgesprungenen Ampel.
Ein neuer Arbeitstag hatte begonnen.
Jonathan stand gemächlich auf, so schnell es ihm seine unterkühlten, zusammengezogenen Muskeln erlaubten. Er bibberte am ganzen Körper und eine ausgeprägte Gänsehaut zierte seine Arme.
Er wandte sich nach rechts, schlich steif über den Zebrastreifen auf das Bahnhofsgebäude zu und schob die schwere gläserne Tür vor, um sich Eintritt zu verschaffen in dieses nur wenig wärmere Drehkreuz der Bahnreisenden. Er spürte nicht einmal, wie kalt die metallenen Türstangen waren, das Gefühl in den Fingern hatte er mit dem Anbruch der Nacht verloren.
Das erbärmliche Knurren seines Magens ignorierte Jonathan. So sehr es auch an seinen Kräften zehren würde, er wollte in Bewegung bleiben, wollte nicht erstarren, wollte den beißenden Schmerz der Nadelstiche auf seiner Haut verdrängen, ihn austauschen durch den wohl warmen, pochenden Schmerz ausgelaugter Muskeln.
Warum, verdammt, bin ich eigentlich hier?, dachte er, Und warum weiß ich nicht warum?
"Warum?"
Das Echo hallte von den Wänden wider, einzelne Wortfetzen drangen erneut und erneut an sein Ohr.
Warum nur?
Jonathan seufzte lautlos und sehnsüchtig wandte er seinen Blick zur großen Uhr, die an der einzigen Wand ohne Durchgang hing.
Ach, mochte doch die Zeit vergehen.
24.12.06 03:58


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