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11 - ostfriedhof

Türen auf.
Selbst wenn., bollert der Mann. Mit ihm gäbe es dieses Ausländerproblem nicht!
Die Passagiere drehen sich kollektiv zu der Diskussion, so sehr manche auch wegzuhören versucht hatten.
Jean wartet, obwohl niemand einsteigt.
Mit Adolf gäbe es Sie nicht., zischt ihm die Studentin zu. Gucken Sie sich mal an: alt buckelig, chronische Bronchitis, ein Herzleiden – man hätte sie schon längst als lebensunwürdig eingestuft und getötet.
Ach was., grummelt der Mann, Bei der Führertreue tötet man keine Menschen.
Geben Sie es doch zu,, beginnt eine Frau, die in der Reihe vor dem Mann sitzt und sich jetzt nach hinten dreht, Sie sehen bloß nicht Ihre Interessen durchgesetzt und sind frustriert, weil die Welt nicht nach Ihrer Pfeife tanzt.
Das lasse ich mir nicht bieten!, tönt er mit sich vor Empörung überschlagender Stimme. Ich lasse mich von so einer Kommunistin nicht beleidigen!
Jean öffnet nun auch die hinteren Türen. Er schaltet das Mikrofon ein.
Wenn Ihnen die Gesellschaft nicht passt, können Sie gerne gehen. Der Ausstieg ist rechts.
Und schneller als gedacht ist der Mann aus dem Bus verschwunden.
Kein Problem weniger – nur an einen anderen, womöglich leichter bekehrbaren Ort verschoben.
Türen zu.
Ist doch wahr!, empört sich die Frau. Was wir brauchen, ist mehr Mitsprache und nicht weniger. Wir geben unsere Stimme ab – und bekommen sie nach vier Jahren kurzfristig zurück, um zwei Kreuzchen zu machen.
Und was wollen Sie stattdessen machen?, fragt die Studentin. Volksabstimmungen bei jedem Gesetz?
Dann kämen wir doch nie weiter., entgegnet ein älterer Mann von hinten, seine wenigen Haare sind weiß.
Nein, nein, so weit muss es nicht kommen. Aber bei Verfassungsänderungen sollte das Volk entscheiden. Die neue Verfassung, die uns nach der Wiedervereinigung mit der DDR zur Abstimmung gestellt werden sollte, ist immer noch nicht geschrieben.
Der Mann nickt. Aber eigentlich sollte es doch möglich sein, über jedes Gesetz abstimmen zu lassen. Wie bei einem konstruktiven Misstrauensvotum muss es eine Alternative geben – und der Bundestag sollte mit einer festgesetzten Quote für das Plebiszit stimmen.
Die Studentin ist skeptisch. Aber lähmt das nicht, wenn die Opposition aus Gründen der Opposition alles blockiert?
Ach, das klappt doch jetzt schon nicht., meint die Frau amüsiert. Denken Sie nur an den BND-Untersuchungsausschuss, was das für eine Mühe war, die nötigen Stimmen zu bekommen.
Und denken Sie nur daran, wie stark so ein Gesetz dann legitimiert wäre! Das kann auch mit einer Schlappe für die Opposition enden, wenn das Volk mit überwältigendder Mehrheit sagt, Ja, wir wollen das Gesetz.
Die Studentin nickt zögerlich.
Das heißt, Sie wollen mit dem Volk statt für das Volk regieren? Auf die Gefahr hin, dass das Ganze dann in Populismus endet: ich glaube, ich könnte auch dafür sein.
Schön., freut sich die Frau. Dann gehen Sie in die Politik und überzeugen Sie die Leute. Sie sind engagiert! Wer außer uns Bürgerinnen und Bürgern soll denn den Staat und die Gesellschaft verändern? Ein Diktator, der meint, er wüsste, was gut für mich ist?
Die Studentin schüttelt angewidert den Kopf.
Nein, danke.
Nächster Halt: Kulturforum.
24.11.06 23:10
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Vera / Website (1.12.06 19:05)
sag sofort bescheid, wenn das in Druck geht, ich bestell hiermit schomma ein Exemplar *G*


derHendryk / Website (5.12.06 21:31)
:D ... mach ich ... wat hälteste davon als nachfolge des krimis?

ps: weißte, wat ich hier als kontrolle eintippen soll? PORNO!!! ... *WAH*

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